Sebastian Feldhofer war über Jahrzehnte eng mit dem Münchner Volkstheater verbunden. Als Geschäftsführer, Prokurist und späterer Verwaltungsdirektor arbeitete er dort auf jener Seite des Theaterbetriebs, die dem Publikum meist verborgen bleibt: Organisation, Finanzen und vertragliche Abläufe. Neben seiner beruflichen Laufbahn ist Feldhofer als Ehemann der österreichischen Schauspielerin Bettina Redlich bekannt. Auch im Kulturleben seiner Heimatgemeinde Haimhausen engagierte er sich als Produktionsleiter. Die aktuelle Leitung des Volkstheaters gehört er nicht mehr an. Dieses Porträt ordnet seine Laufbahn ein und trennt ihn von einem jüngeren Namensträger innerhalb der Familie.
Sebastian Feldhofer im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Vollständiger Name | Sebastian Friedrich Feldhofer |
| Bekannt als | Theatermanager und Kulturorganisator |
| Frühere Funktionen | Geschäftsführer, Prokurist und Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters |
| Ehefrau | Bettina Redlich |
| Familiärer Lebensmittelpunkt | Haimhausen bei München |
| Lokales Engagement | Produktionsleitung bei Theaterprojekten des Kulturkreises Haimhausen |
| Aktuelle Verbindung | Persönlich haftender Gesellschafter der Feldhofer KG |
| Aktuelle Leitung des Volkstheaters | Beate Schlegelmilch ist Verwaltungsdirektorin |
Wer ist Sebastian Feldhofer?
Sebastian Feldhofer ist ein deutscher Theatermanager, dessen beruflicher Schwerpunkt lange beim Münchner Volkstheater lag. Anders als Intendanten, Regisseure oder Ensemblemitglieder stand er selten im Mittelpunkt der Berichterstattung. Seine Arbeit gehörte zur administrativen Leitung des Hauses.
Ein historischer Beleg für Feldhofers frühe Verbindung zum Volkstheater findet sich im Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck. Im dort erschlossenen Nachlass des österreichischen Kabarettisten und Schriftstellers Otto Grünmandl sind Schreiben und Verträge des Münchner Volkstheaters verzeichnet, die Feldhofers Namen tragen. Die ältesten Einträge stammen aus dem Januar und April 1994; weitere Dokumente sind für Juni 1994 und März 1998 erfasst. Sie zeigen, dass Feldhofer bereits in den 1990er-Jahren mit Vertragsangelegenheiten des Theaters befasst war.
Registerbasierte Unternehmensdaten ergänzen dieses Bild. Demnach war er zunächst Geschäftsführer der Münchner Volkstheater GmbH. Im November 2002 ging die Geschäftsführung an Christian Stückl über. Ab Mai 2004 besaß Feldhofer Einzelprokura, also die handelsrechtliche Befugnis, das Unternehmen allein in bestimmten geschäftlichen Angelegenheiten zu vertreten. Diese Prokura endete im Dezember 2021.
Feldhofers Laufbahn am Münchner Volkstheater
| Zeitpunkt | Belegter Abschnitt |
|---|---|
| Januar 1994 | Schreiben des Münchner Volkstheaters unter Feldhofers Namen |
| April und Juni 1994 | Verträge und weitere Korrespondenz mit Otto Grünmandl |
| März 1998 | Erneutes Schreiben mit beigefügtem Vertrag |
| Dezember 2001 | Eintragung als Geschäftsführer der Volkstheater-Gesellschaft |
| November 2002 | Christian Stückl übernimmt die Geschäftsführung |
| Mai 2004 | Feldhofer erhält Einzelprokura |
| November 2021 | Feldhofer wird weiterhin als Verwaltungsdirektor bezeichnet |
| Dezember 2021 | Seine Einzelprokura endet |
| Gegenwart | Das Volkstheater führt Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin |
Die juristischen Funktionen Geschäftsführer und Prokurist sind nicht automatisch mit der Berufsbezeichnung Verwaltungsdirektor gleichzusetzen. Zusammengenommen zeichnen die Quellen jedoch eine lange administrative Verantwortung nach. Noch im November 2021 bezeichnete der Münchner Merkur Feldhofer ausdrücklich als Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters.
Was macht ein Verwaltungsdirektor am Theater?
Die Verwaltungsdirektion bildet üblicherweise das kaufmännische und organisatorische Gegenstück zur künstlerischen Intendanz. Während die Intendanz über Spielplan, Ensemble und künstlerisches Profil entscheidet, muss die administrative Leitung dafür sorgen, dass Produktionen finanziert, Verträge abgeschlossen und betriebliche Vorgaben eingehalten werden.
Zu diesem Arbeitsfeld gehören je nach Aufbau eines Hauses unter anderem:
- Budgetplanung und laufende Finanzkontrolle
- Personal- und Vertragsangelegenheiten
- Abstimmung mit städtischen Stellen und Aufsichtsgremien
- Organisation von Gastspielen und externen Partnern
- betriebliche Planung größerer Produktionen
- Abwägung künstlerischer Wünsche gegen finanzielle und technische Möglichkeiten
Wie wichtig diese Funktion ist, beschrieb Christian Stückl 2020 in einem Beitrag über den damaligen Neubau des Volkstheaters. Angesichts der Möglichkeiten der neuen Bühne erklärte der Intendant sinngemäß, dass der Verwaltungsdirektor dem künstlerischen Größenwunsch finanzielle Grenzen setzen müsse. Feldhofers Arbeit bestand damit nicht nur aus Buchhaltung, sondern aus dem Übersetzen künstlerischer Pläne in praktisch tragfähige Entscheidungen.
Die Zusammenarbeit mit Christian Stückl
Christian Stückl übernahm 2002 die Intendanz und Geschäftsführung des Münchner Volkstheaters. Feldhofer blieb als Verwaltungsdirektor Teil der Leitung. In einem Geburtstagsbeitrag für Stückl schrieb er 2021, beide hätten zu diesem Zeitpunkt fast 20 Jahre zusammengearbeitet.
Seine Formulierung lässt erkennen, dass das Verhältnis nicht von Anfang an reibungslos war. Feldhofer erinnerte an Stückls Beschreibung, man habe sich nach einem holprigen Beginn „über die Jahre zamgerauft“. Gerade diese lange Zusammenarbeit war für den Theaterbetrieb bedeutsam: Stückl prägte das künstlerische Profil, während Feldhofer die administrative Kontinuität verkörperte.
Der Zeitraum umfasste mehrere entscheidende Phasen des Hauses – von der Spielstätte an der Brienner Straße bis zu den Vorbereitungen für den Neubau im Münchner Schlachthofviertel. Feldhofer gehörte damit zu den Mitarbeitern, die den organisatorischen Rahmen einer langjährigen Intendanz absicherten.
Theaterarbeit in Haimhausen
Feldhofers Engagement beschränkte sich nicht auf den professionellen Münchner Kulturbetrieb. In Haimhausen arbeitete er mit dem örtlichen Kulturkreis an großen Musiktheaterproduktionen. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb ihn 2022 als Bindeglied zwischen dem Laienensemble und Theaterprofis wie dem Dramaturgen Carsten Golbeck und dem Regisseur Philipp Jescheck.
Für den „Haimhauser Mittsommernachtstraum“ kam es 2015 zu einer solchen Zusammenarbeit. Beim „Ball der Vampire“ von 2019 übernahm Feldhofer die Produktionsleitung und wirkte zudem als Darsteller mit. Im Interview erklärte er, dass er bereits im Frühjahr 2017 mit der Vorbereitung begonnen habe. Er holte den Autor, den Regisseur, eine Band, einen Chor und Bläser der Haimhauser Dorfmusik in das Projekt.
„Wir wollten ein Theaterstück mit Musik machen und eine Geschichte erzählen, die auch so in Haimhausen hätte passieren können.“
— Sebastian Feldhofer im Interview mit dem Münchner Merkur, 2019
Die Aussage beschreibt Feldhofers Ansatz treffend: professionelle Abläufe sollten mit Figuren und Geschichten verbunden werden, in denen sich das örtliche Publikum wiedererkennen konnte. Als Produktionsleiter stellte er dafür Teams zusammen und koordinierte die unterschiedlichen künstlerischen Bereiche.
Ehe mit Bettina Redlich
Sebastian Feldhofer ist mit der österreichischen Schauspielerin Bettina Redlich verheiratet. Redlich wurde unter anderem durch die Fernsehserie „Die Hausmeisterin“ sowie zahlreiche Film-, Fernseh- und Theaterrollen bekannt.
In einem Interview mit der Abendzeitung erzählte sie 2009, wie sie Feldhofer kennenlernte. Schauspieler Helmut Fischer habe beide gekannt und Redlich mehrfach von einem Mann erzählt, den er für passend hielt, ohne die beiden tatsächlich miteinander bekannt zu machen. Redlich und Feldhofer begegneten sich schließlich unabhängig von Fischer. Erst bei einem gemeinsamen Essen bemerkte Fischer, dass Feldhofer genau jener Mann war, den er gemeint hatte.
Das Paar hat zwei Söhne und lebt in Haimhausen. Bei der Recherche ist eine sorgfältige Unterscheidung notwendig: In Bildunterschriften und Kulturberichten erscheint auch ein jüngerer Sebastian Feldhofer, teilweise mit dem Zusatz „junior“. Dieses Porträt behandelt ausschließlich Sebastian Friedrich Feldhofer, den früheren Verwaltungsdirektor und Ehemann von Bettina Redlich.
Ist Sebastian Feldhofer noch Verwaltungsdirektor?
Nein. Die aktuelle offizielle Teamseite des Münchner Volkstheaters nennt Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin. Christian Stückl wird als Intendant und Geschäftsführer geführt.
Die Unternehmenshistorie verzeichnet zum 22. Dezember 2021 das Ende von Feldhofers Einzelprokura und den Beginn der Einzelprokura von Schlegelmilch. Daraus lässt sich der genaue arbeitsrechtliche Tag seines Ausscheidens als Verwaltungsdirektor nicht ableiten. Sicher ist jedoch, dass ältere Texte, die ihn weiterhin als amtierenden Verwaltungsdirektor bezeichnen, nicht mehr den aktuellen Leitungsstand wiedergeben.
Ein registerbasiertes Personenprofil führt Feldhofer seit Juni 2019 als persönlich haftenden Gesellschafter der Feldhofer KG in Haimhausen. Zum Geschäftsgegenstand oder zu weiteren gegenwärtigen Tätigkeiten lassen die geprüften Seiten keine belastbare Einordnung zu.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der vollständige Name von Sebastian Feldhofer?
Registerbasierte Unternehmensdaten nennen ihn Sebastian Friedrich Feldhofer. Die Verbindung zum Münchner Volkstheater und zu Haimhausen stimmt mit den Angaben aus Kultur- und Medienberichten überein.
Wie alt ist Sebastian Feldhofer?
Ein belastbares Geburtsdatum findet sich in den geöffneten Primär- und Medienquellen nicht. Deshalb lässt sich sein Alter nicht seriös angeben.
Welche Funktion hatte er am Münchner Volkstheater?
Feldhofer war Geschäftsführer, später Prokurist und über lange Zeit Verwaltungsdirektor. In dieser Position war er für kaufmännische und organisatorische Bereiche des Theaterbetriebs zuständig.
Arbeitet Sebastian Feldhofer noch am Münchner Volkstheater?
Er gehört nicht zur aktuellen Leitung. Die offizielle Website führt Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin und Christian Stückl als Intendanten und Geschäftsführer.
Wer ist die Ehefrau von Sebastian Feldhofer?
Seine Ehefrau ist die österreichische Schauspielerin Bettina Redlich. Das Paar lebt in Haimhausen und hat zwei Söhne.
Welche Rolle spielt Haimhausen in Feldhofers Leben?
Haimhausen ist sein familiärer Lebensmittelpunkt und ein wichtiger Ort seines kulturellen Engagements. Für den dortigen Kulturkreis organisierte er große Musiktheaterproduktionen und vermittelte professionelle Autoren, Regisseure und Musiker.
Fazit
Sebastian Feldhofer gehörte viele Jahre zu den prägenden Kräften hinter dem Münchner Volkstheater. Seine Arbeit verband Vertragswesen, kaufmännische Verantwortung und Produktionsorganisation mit einem ausgeprägten Interesse am Theater. Auch in Haimhausen brachte er professionelle Kulturschaffende und ein örtliches Laienensemble zusammen. Heute ist sein Name nicht mehr in der Leitung des Volkstheaters zu finden; seine langjährige Rolle im organisatorischen Fundament des Hauses bleibt jedoch klar dokumentiert.
Quellen
Münchner Volkstheater – „Leitung & Team“
Universität Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner-Archiv – „Nachlass Otto Grünmandl“
OpenRegister – „Münchner Volkstheater Gesellschaft mit beschränkter Haftung“
OpenRegister – „Sebastian Friedrich Feldhofer, Haimhausen“
Münchner Merkur – „Großes Heimat-Theater: Weggefährten gratulieren Christian Stückl“, 15. November 2021
Münchner Merkur – „Der Haimhauser Ball der Vampire: ‚Ein Stück, auf das alle Lust haben‘“, 13. Mai 2019
Süddeutsche Zeitung – „Haimhausen: Proben für Musiktheater laufen“, 24. April 2022
Abendzeitung München – „Bettina Redlich: ‚Die Rolle ging mir wahnsinnig nah‘“, 2. Januar 2009
